Mendato berechnet aus jeder bestätigten Zeiterfassung automatisch die Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit (SFN-Zuschläge) sowie den Belastungszuschlag für Mehrarbeit. Die Stunden landen am Arbeitstag des Mitarbeiters und im Lohnexport. In den Einstellungen legst du fest, ob Zuschläge ab der Stempelzeit oder nur innerhalb der geplanten Einsatzzeit zählen.
📍 Wo? → Mendato Account > Einstellungen > Zeiterfassung > Abschnitt „Zuschläge" (nur für Administratoren)
So berechnet Mendato die Zuschläge
Für Unternehmen mit Sitz in Deutschland gelten die Sätze des Rahmentarifvertrags für die Gebäudereinigung:
Zuschlag | Wann | Satz | Davon steuerfrei |
Nachtzuschlag (NZ) | Arbeit zwischen 22 und 5 Uhr | 30 % | 25 % |
Nachtzuschlag Kernzeit (NZK) | Arbeit zwischen 0 und 4 Uhr, wenn die Schicht vor Mitternacht begonnen hat | 30 % | 40 % |
Sonntagszuschlag (SZ) | Arbeit an Sonntagen | 80 % | 50 % |
Feiertagszuschlag (FZ) | Arbeit an gesetzlichen Feiertagen am Einsatzort | 80 % | 125 % |
Hoher Feiertagszuschlag (HFZ) | Arbeit am 1. Mai, am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag sowie an Neujahr | 200 % | 150 % (Neujahr 125 %) |
Belastungszuschlag (BZ) | Mehrarbeit über 8 Stunden am Tag oder über 40 Stunden in der Woche | 25 % | 0 % |
Überschneiden sich mehrere Zuschläge, zählt pro Zeitabschnitt nur der höchste. Ein Feiertag verdrängt den Sonntag, Sonntag und Feiertag verdrängen den Nachtzuschlag.
Bei Schichten über Mitternacht bewertet Mendato jede Tageshälfte für sich.
Der Belastungszuschlag ist kein SFN-Zuschlag und wird unabhängig davon berechnet.
Unternehmen in Österreich und der Schweiz bekommen die dortigen Sätze und Nachtfenster (AT 21 bis 6 Uhr, Zuschläge addieren sich; CH 23 bis 6 Uhr). Diese Werte sind eine Schätzung für Planung und Controlling, maßgeblich bleibt die Lohnabrechnung.
Berechnungsgrundlage einstellen
Stempelt ein Mitarbeiter früher ein oder später aus als geplant, entstehen Zuschlagsstunden, die du vielleicht nicht bezahlen willst, etwa wenn jemand für die 6-Uhr-Schicht schon um 21 Uhr am Vorabend stempelt. Mit dem Feld Zuschläge berechnen legst du fest, welcher Zeitraum für Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge zählt:
Ab Stempelzeit (Standard): Zuschläge zählen von der Einstempelung bis zur Ausstempelung, unabhängig von der Planung.
Erst ab geplantem Einsatzbeginn: Wer vor dem geplanten Beginn stempelt, bekommt für die Zeit davor keine SFN-Zuschläge.
Nur innerhalb der geplanten Einsatzzeit: Zusätzlich entfallen SFN-Zuschläge für die Zeit nach dem geplanten Ende.
Was in den beiden Planvarianten immer gilt:
Die ausgeschlossene Zeit bleibt bezahlte Arbeitszeit, nur der Zuschlag entfällt. Auch der Belastungszuschlag wird nicht beschnitten.
Es zählt die geplante Uhrzeit, nicht der Kalendertag. Wird ein für Dienstag 22 Uhr geplanter Einsatz am Mittwoch um 22 Uhr erledigt, gibt es den Nachtzuschlag trotzdem.
Sonntags- und Feiertagszuschläge gibt es nur, wenn auch der geplante Tag ein Sonntag oder Feiertag war. Wer einen für Montag geplanten Einsatz auf Sonntag vorzieht, bekommt keinen Sonntagszuschlag.
Hat der Einsatz keine geplante Startzeit, wird nichts ausgeschlossen. Bezahlte Fahrtzeit vor der Einstempelung behält ihre Zuschläge.
Die Einstellung gilt für das ganze Unternehmen und für alle künftigen Zeiterfassungen. Ein eigener Wert pro Mitarbeiter oder Arbeitszeitmodell ist nicht vorgesehen.
Zuschläge rückwirkend neu berechnen
Änderst du die Berechnungsgrundlage, fragt Mendato nach dem Speichern: „Zuschläge neu berechnen?" Wähle unter Ab Datum, ab wann die neue Regel gelten soll, und klicke auf Neu berechnen.
Rückwirkend geht es bis zum 1. des Vormonats, wenn du die Änderung bis zum 14. vornimmst, danach bis zum 1. des laufenden Monats.
Neu berechnet werden nur unbestätigte Arbeitstage. Lohnbestätigte Arbeitstage bleiben unverändert, deine abgerechneten Monate sind also sicher.
Bei vielen Mitarbeitern läuft die Neuberechnung im Hintergrund; Mendato meldet „Die Neuberechnung der Zuschläge ab … läuft im Hintergrund".
Brichst du den Dialog ab, gilt die neue Regel nur für Zeiterfassungen ab jetzt.
Wo du die Zuschläge siehst
Arbeitstage: Unter Personal > Arbeitstage und im Tab Arbeitstage des Mitarbeiters zeigt die Spalte Zuschläge die Stunden je Zuschlagsart mit Kürzel, zum Beispiel „2,50 NZ". Der Tooltip nennt den Prozentsatz.
Lohnexport: Die Zuschlagsstunden gehen je Lohnart nach DATEV, Lexware oder Agenda. Liegt der Satz über dem steuerfreien Anteil, kannst du im DATEV-Export eine zweite Lohnart für den steuerpflichtigen Anteil angeben. → Zeiterfassung exportieren
Controlling: Die Zuschläge fließen als Kostenposition in die Einsatz- und Objektauswertung ein. → Kosten, Umsatz & Ergebnis in Mendato Controlling
